Mumbai

Nach durchaus schlafreicher Nacht im Liegewagen sind wir gestern gegen 8.30 Uhr in Mumbai eingetroffen. Schon bei der Fahrt zum Frühstück in ein Restaurant wurde deutlich dass wir hier ein wesentlich moderneres Indien als bei den bisherigen Stationen kennen lernen. Taxis statt Tuktuks, kaum noch Tiere auf der Straße und viel mehr westlich gekleidete Menschen. Mit dem Boot sind wir zur vorgelagerten Insel Elephanta gefahren, benannt nach einem großen Stein-Elefanten den die Portugiesen hier im 16. Jahrhundert vorgefunden haben. Leider wurden bei der Eroberung etliche der imposanten Steinreliefs des Shiva gewidmeten Hindu-Höhlentempels aus dem 5.-8. Jahrhundert beschädigt.
Bei der anschließenden Stadtrundfahrt haben wir bei Hauptbahnhof und Universität jeweils im viktorianischen Stil und den hängenden Gärten mit Blick über Bucht und Skyline gestoppt, sowie das Gandhi-Haus besichtigt.

Den heutigen Tag haben wir mit bummeln durch die Gegend in der Nähe unseres Hotels verbracht und dabei auch einen Abstecher in das prächtige Taj Mahal Palace Hotels gemacht, das 2008 wesentliches Ziel der damaligen Terroranschläge hier war.

Nach letztem Abendessen in sehr stylischer, metropolitaner Umgebung warten wir nun auf dem Transfer zum Flughafen und unseren Rückflug in den frühen Morgenstunden – nach zwei unvergesslichen Wochen in einem sehr beeindruckenden Land und wieder mit tollen Mitreisenden…

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Bundi

Gestern Vormittag ging es weiter nach Chittaurgarh mit seiner Bergfestung. Die einzelnen Stationen des weitläufigen Unesco-Weltkulturerbes sind wir mit Tuktuks abgefahren. Die Weiterfahrt mit unserem Bus ging vorbei an Raps- und einzelnen, staatlich genehmigten Opiumfelder und durch karge Felswüstenlandschaft. Abends sind wir dann in Bundi, in unserem Zeltlager für die nächste Nacht angekommen, großzügige Zelte aus bunten Stoffen im Maharajahstil inklusive Betten, Licht und sogar Bad. Nach kurzer traditioneller Tanzvorführung gab es Abendessen im Freien und anschließend ein paar gesellige Stunden am Lagerfeuer.

Heute haben wir das hiesige Stadtschloss besichtigt. Stattlich an die Felsen gebaut gab es auch hier wieder farbenprächtige und kunstvolle Verzierungen und Bemalungen. Am Nachmittag stand nochmal ein Abstecher in die Natur auf dem Programm. Bei der Bootsfahrt in Kota auf dem Fluss bei Abenddämmerung konnten wir am Ufer zahlreiche Vögel, darunter Eisvogel, Adler, Eule und Pelikan, sowie Krokodil und Antilopenfamilie sehen.

Jetzt liegen wir im Nachtzug nach Mumbai zu unseren letzten Station in der Megacity.
(veröffentlicht mit nächstmöglichen WLAN einen Tag später)

Udaipur

Gestern morgen ging unsere Fahrt weiter Richtung Aravalligebirge. Erster Stopp an der Strecke war ein heiliges Motorrad, das von zahlreichen Pilgern besucht und bevorzugt mit Alkohol "beopfert" wird um Glück und Schutz zu erlangen.
Anschließend haben wir einen Jain-Tempel besucht, zum einen wieder eine beeindruckende Anlage filigraner Steinmetzkunst, zum anderen Dank Audioguides ein spannender Einblick in die Religion der Jain.
Nach Weiterfahrt mit mehreren Panoramastopps in den Bergen sind wir am späten Abend in Udaipur angekommen.

Mit jeder Stadt die wir besuchen wird deren Stadtbild ein bisschen aufgeräumter. Hier mutet es mit verwinkelten Gassen und anschaulicher Seepromenade schon fast südeuropäisch an. Heute standen bei der Fahrt mit Tuktuks erholsame Parkanlage, Bootsfahrt auf dem See, quirliges Basarviertel und idyllischer Sonnenuntergang im Restaurant am See auf dem Programm. Und zum Abschluss des Tages eine Ayurveda-Massage…

Jodhpur

Nach 7,5 Stunden Zugfahrt sind wir gestern Abend in Jodhpur und in unserem Hotel, das ursprünglich mal ein Palast war, eingetroffen. Heute vormittag stand das hiesige, stattliche Fort auf dem Programm. Neben dem schönen Panoramablick über die sogenannte blaue Stadt erkundeten wir die Festungsanlage zunächst beim "Flying Fox" mit sechs spektakulären Seiletappen zwischen alten Gemäuern, Schlucht und See, bevor wir die wieder beeindruckenden Gebäude und üppig verzierten Räumlichkeiten besichtigen.

Zu Fuß ging es dann bergabwärts in das Stadtzentrum mit Märkten und Basarviertel. Vorbei an Häusern, die traditionsbedingt fast alle ein blaues Element aufweisen und damit der Stadt ihr charakteristisches Bild geben.
Im Gewürzladen und Großhandel für Stoffe hatten wir Möglichkeit, aktiv die indische Wirtschaft zu unterstützen. ;-) Es gab Decken, Schals und Tücher namhafter Designer, die in Überproduktion gefertigt werden und hier zum Bruchteil des späteren europäischen Preises verkauft werden.

Ranthambore-Nationalpark

Die Tigersichtung war leider erfolglos. Weder bei der Fahrt zu altem Fort und Hindu-Tempel im Park vorgestern, noch bei den beiden gestrigen, planmäßigen Safaritouren, noch bei der zusätzlich gebuchten heute kamen wir in das erhoffte Glück eines der 58 registrierten Tiere zu sehen. Nur fünf aus unserer Gruppe waren gestern erfolgreich, einen sich räkelnden Tiger aus nächster Nähe beobachten zu können. Mit der heutigen Tour haben wir ein Tier mit Jungtier knapp verpasst, was die Fotos der anderer Tigertouristen vor Ort und die Überreste vom Frühstück der Tiger bezeugen konnten.

Dennoch haben wir viele andere Tiere in der interessanten felsigen Landschaft gesehen:
Unzähligen Axishirsche (der "Bambi"-Hirsch), Sambarhirsche, Pfauen, Hanuman-Languren (Affen) und gelegentlich Antilopen und Gazellen standen vor uns unbekümmert in unmittelbarer Nähe am Wegrand, grüne Papageien und bunte Wanderbaumelstern flogen ständig durch die Bäume und drei Krokodile räkelten sich am Rand eines Wasserlaufs. Der Höhepunkt war gestern dann ein großer Lippenbär, der gerade in Begriff war zwei Sambarhirschkühe anzugreifen, welche dann aber doch davon spaziert sind.

Alles in allem zum Start ins neue Jahr also auch ohne Tiger zwei schöne Tage in der indischen Natur. Und jeweils auf der Fahrt zu und von den Touren sind wir durch das morgendlich erwachende und nachmittäglich umtriebige Dorfleben gekommen und dazwischen konnten wir in unserer großzügigen Hotelanlage Sonne tanken (und damit die nächtliche und morgendliche Kälte etwas ausgleichen.)

Jaipur

In Jaipur hatte unser Busfahrer gestern frei. Vormittags waren wir mir nostalgischen Ambassador-Taxis unterwegs, vorbei am Wahrzeichen der Stadt, der Palast der Winde, zuerst im Fort Amber, vergleichbar mit europäischen Burgen, einer beeindruckende Anlage mit vielfältigen Gebäuden mit feinteiligen und farbenfrohen Verzierungen.
Überall Kühe, Hausschweine, Ziegen und Affen auf der Straße sowie Kamele, Esel als Transporttiere gehören auch für uns inzwischen schon zum gewohnten Straßenbild, im Fort ergänzt durch traditionell bemalte Elefanten als Touristenattraktion.
Zurück in der Stadt haben wir Stadtpalast und Freiluftobervatorium besichtigt und einen kurzen Fotobummel über die Geschäftsstraße gewagt, mit lauter roten Häuserfassaden, die das typische Merkmal der Stadt sind. Die Atmosphäre ist exotisch und orientalisch, das Stadtbild jedoch schon wesentlich aufgeräumter als Delhi und Agra, wo Elend fast überall sichtbar war.
Nachmittags ging es mit offenen Jeeps durch touristenfreie Wohngebiete zum Ausblick auf die Stadt in der Dämmerung von einem anderen Teil des Forts aus. Die Stimmung passend ergänzt mit indischem Rum (/-Cola). Zum Abschluss des Tages hatten wir Abendessen mit Ausblick im sich drehenden Restaurants eines Hotels.

Gerade sitzen wir im Zug durch die Wüste Richtung Ranthambore, dem Tigerreservat und sind gespannt was unser Hotel für den Silvesterabend geplant hat. Der Jahreswechsel wird in jedem Fall auch hier gefeiert und schon gestern Abend wurden in Jaipur vorab zahlreiche Feuerwerkskörper getestet.

In diesem Sinne: habt einen schönen und fröhlichen Silvesterabend und startet gut in ein glückliches und buntes Jahr 2016!

Taj Mahal

Zwei Stunden sind wir gestern früh mit dem Zug von Delhi nach Agra gefahren. Zweiter Klasse mit bester Beinfreiheit sowie Kaffee, Tee, Wasser und Frühstück inklusive zum Preis von ca. 10 €.
Direkt von Bahnhof ging es weiter zu einem der meist besuchten Bauwerk im der Welt und ich wurde nicht enttäuscht. Es war schon sehr beeindruckend dieses architektonische Meisterwerk mit seinen perfekten Proportionen live und noch dazu bei strahlendem Sonnenschein und wolkenfreiem Himmel zu erleben.

…und nachmittags hatten wir Zeit zum erholen und in der Sonne am Hotelpool liegen bevor wir nach kurzer Rundfahrt durch die Millionenstadt Agra zum Sonnenuntergang das Taj Mahal nochmal von der anderen Seite des Flusses bewundern konnten.

Unsere heutige Busfahrt ging raus aus der Stadt, vorbei an Raps- und Reisfeldern, Straßenmärkten, Kamelen und Kühen auf der Straße bis es immer felsiger wurde und wir am Nachmittag in der Wüstenstadt Jodhpur, der Hauptstadt des Bundeslandes Rajasthan angekommen sind. Unterwegs haben wir einen beeindruckenden Stufenbrunnen aus dem 17. Jahrhundert und das angrenzende Dorf besichtigt. Letztes zu großen Freude der Dorfbewohner, deren Kinder geschäftstüchtig gegen Bezahlung für Fotos posierten.

Delhi

Nach Mitternacht sind wir gestern planmäßig in Delhi gelandet und in den frühen Morgenstunden im Hotel angekommen. Nach wenigen Stunden Schlaf und dem Frühstück ging es dann direkt zum Akshardham Tempel, der erst 2005 eröffnet wurde und seit dem der größte Hindutempel der Welt ist. Ein beeindruckendes Bauwerk im entsprechenden Areal, außen kleinteiligen Sandsteinreliefs und innen voller detaillierten Marmor- aber auch Holzschnitzereien und Bereichen großzügig mit Blattgold und Edelsteinen belegt. Die weitläufige Anlage war der richtige Einstieg für die Indienreise. Allerdings ist es äußerst bedauerlich, dass Fotos und auch Handykameras zur Besichtigung draußen bleiben mussten…
Nach erstem typischen indischem Mittagessen kamen wir vorm Restaurant in den exotischen Anblick eines Schlangenbeschwörers und die Affen auf der Mauer gegenüber waren beliebtes Fotomotiv.

Weiter ging es zu Humayuns Grabmal, einem baulichen Vorläufer des Taj Mahal. Im Licht der untergehenden Sonne kam die orientalische Architektur besonders gut zu Geltung.
Auf der abendlichen Suche nach einem Supermarkt ums Eck unseres Hotels durften wir einen ersten unmittelbaren Eindruck der Stadt erleben. Hupende Autos, klapprige Fahrradrikschas und viele Menschen überall. Straßenküchen, Obstverkäufer und sonstige Händler, neben und zwischen Läden aller Art, regionale einfache Läden neben feinen indischen Ausstattern sowie westlichen Marken. Faszinierend – aber ich war froh in der Gruppe unterwegs zu sein.

Jetlag und Zeitverschiebung zum Trotz ging es heute im Morgengrauen zur Radtour durch "Old Delhi". Jeweils zu zehnt ging es durch enge und holprige Gassen, vorbei ein schlachtenden Fleischhändlern, den Ruinen einst prachtvoller Häuser und viel Elend. Von dem Dächern des Gewürzmarktes konnten wir uns das bunte Treiben von oben anschauen. Der Chili-Geruch im Treppenaufgang war so stark, dass es umsere Augen zum tränen und uns zum husten gebracht hat. Zwischendurch wurden wir zum Fotoobjekt der Inder, ständiges Klingeln hatten wir schnell drauf um uns an die dauerhupenden Autos anzupassen und die Kühe am Straßen Rand ließen sich von uns auch nicht weiter aus der Ruhe bringen. Zur Stärkung gab es Chaitee vom Straßenhändler und nach drei Stunden voller unterschiedlicher Eindrücke bekamen wir Frühstück mit frischem Roti-Brot aus dem Lehmofen und Ziegenfleisch. Ich habe mich der vegetarischen Variante angeschlossen nach dem wir erst zuvor am Stand mit den Ziegenköpfen vorbei gefahren sind…

Direkt danach ging es zur Besichtigung der Freitagsmoschee und von da nochmal durch die Gassen der Altstadt mit Fahrradrikschas zum Roten Fort, ein wiederum beeindruckendes Bauwerk, diesmal aus der Mogulzeit.

Anschließend haben wir einen belebten Tempel der Sikh besucht um nach kurzem Zwischenstopp im Hotel zu einem Vorort von Delhi zu fahren. Dort stand zum Anschluss des Tages und im völligen Kontrast zum Tagesbeginn eine Bollywood-Show auf dem Programm. Im Umfang vergleichbar mit unseren Musicals nur alles mit noch mehr Glitzer, tolle Tänzer und farbenprächtige Kostüme. Zwar war die Show größtenteils auf Hindu, aber mit Unterstützung unseres Guides war die Handlung nicht schwer zu verstehen.

Morgen um 6.15 Uhr ist Abfahrt zum Bahnhof und von da geht es mit dem Zug nach Agra und zum Taj Mahal…

Weihnachtszeit ist dieses Jahr…

…für mich Reisezeit. Am 1. Weihnachtsfeiertag starte ich zu "Maharadschamärchen und Tigerpirsch" nach Indien.
Auch wenn ich dieses Mal wieder komplett mit einer Gruppenreise unterwegs bin, werde ich versuchen zwischendurch gelegentlich die Eindrücke und Erlebnisse zu notieren – für mich zur Erinnerung und für euch, wenn ihr möchtet, um ein bisschen an meinem Reiseabenteuer teil zu haben.

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Genießt ausführlich die Weihnachtstage und die hoffentlich entspannte & friedliche Auszeit zwischen den Jahren – ein bisschen würde ich mich darauf ja jetzt auch freuen ;-). Schöne Weihnachten!