Orang Utans im Dschungel

Gleich zum Beginn unserer Reise durften wir einen einmaligen und überwältigenden Tag erleben.

Zusammen mit einem niederländischen Vater und seinem Sohn, unserem lokalen Guide und einem Nachwuchsguide sind wir gestern nach Banana-Pancakes und Wassermelone in den Gunung Leuser Nationalpark gestartet. Bis vor zwei Jahren gab es hier eine Aufzuchtstation für Orang Utans in der Tiere vor allem aus Privathaltungen ausgewildert wurden. Inzwischen konnte die Station geschlossen werden, was als Erfolg verzeichnet wird. Die aktuell 17 halbwilden Tiere werden weiterhin im Nationalpark beobachtet und betreut und wir als Besucher haben dadurch das Glück, uns den Tieren relativ dicht nähern zu können. Dennoch kann auf den Touren nicht gewährleistet werden tatsächlich Orang Utans zu treffen.

Keine Stunde im Dschungel sahen wir dann tatsächlich schon die ersten beiden orangenen Fellkugeln in den Baumwipfeln. Mama und Kleinkind turnten durch die Zweige und saßen oder hingen zwischendurch immer wieder auf/ an einem Ast, teilweise nur wenige Meter über uns und beobachteten uns. Und der durchaus ergreifende Moment war für heute noch lange nicht der letzte…

Kurz darauf trafen wir auf einen imposanten männlichen Orang Utan. Da die ausgewachsene Tiere 70 bis 80 kg wiegen halten sie sich gerne am Boden auf. Er beobachtete uns kritisch, aber auch ihn konnten wir mit etwas Abstand ausführlich betrachten und fotografieren. Trotzdem sind die wilden Tiere nicht zu unterschätzen, unsere Guides hatten sie ständig aufmerksam in Blick und teilten mit wann sich die Gruppe besser entfernen sollte.
Da in der momentanen Hochsaison täglich ca. 200 Besucher in geführten Kleingruppen alle morgens zu ähnlichen Zeiten starten, sammelten sich bei den ersten Sichtungen auch ziemlich schnell mehrere Besucher, die sich im Laufe des Tages immer mehr verteilten, auch da ca. 2/3 nur eine eintägige Tour unternehmen. Zum Zwischensnack hatten unserer Guides eine bunte Obstauswahl für uns dabei und am Picknickbuffett waren bald auch zwei Makaken hoffnungsvoll wartend im Hintergrund.
Gegen Mittag kamen wir in den Genuss Orang Utan-Dame Mina mit zwei Kindern zu treffen und kurz darauf ein weiteres männliches Tier, das uns neugierig beobachtete.

Die Wege durch den Dschungel gingen ordentlich auf- und abwärts, weitgehend über Wurzeln und Steine und die zahlreichen Lianen gaben immer wieder hilfreichen Halt. Unsere Strapazen wurden am Nachmittag ein weiteres Mal belohnt, als eine Gruppe von 5 Orang Utans in den Baumwipfeln unseren Weg kreuzte – rechtzeitig vorm nachmittäglichen Tropenschauer der den weiteren Weg vor allem abwärts zusätzlich rutschig machte.
Nach Flussüberquerung in Gummireifen erreichten wir unser Quartier für die Nacht, eines der Camps die hier am Flussufer für diesen Zweck eingerichtet sind. Wie schon tagsüber kam auch abends unsere kulinarische Verpflegung trotz der erschwerten Transportbedingungen nicht zu kurz und nach dem Tag und bei der Umgebung waren auch die dünnen Schlafmatten auf hartem Untergrund nur halb so wild.

Den Vormittag verbrachten wir ein Stück aufwärts vor idyllischer Dschungelkulisse am und im Fluss und zwischendurch im Wasserfall, bevor es nach dem Mittagessen in einer 40-minütigen Fahrt in zusammen gebundene Gummireifen zurück zum Dorf, in dem wir gestern gestartet waren, ging.

Advertisements